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Fairer Musikvertrieb

Fair ist kein Gefühl.
Es sind sieben prüfbare Bedingungen.

Bleibt deine Musik online, wenn du nicht mehr zahlst? Was kostet sie, wenn sie nichts einspielt? Wie viel vom Erlös bleibt dir? Hier sind die Kriterien – und wie sieben Vertriebe abschneiden, auch dort, wo Artyfile nicht vorne liegt.

Was ist fairer Musikvertrieb?

Fairer Musikvertrieb heißt: Die Bedingungen funktionieren für dich auch dann, wenn deine Musik wenig einspielt. Konkret sind das sieben prüfbare Kriterien: Deine Musik bleibt online, wenn du nicht mehr zahlst. Es gibt keine laufende Gebühr, solange nichts reinkommt. Kosten und Erlösanteil stehen vorab fest. Du behältst 100 % deiner Master, dein Songwriting bleibt unberührt, du kannst ohne Rechteverlust gehen, und jemand schützt den Katalog vor Spam und KI-Flut. Kein Vertrieb erfüllt alle sieben am besten – auch Artyfile nicht, denn unsere 15 % Kommission liegen über den meisten.

Stand: Oktober 2026

Warum „fair“ überhaupt zur Frage wurde

Am 17. Januar 2024 hat das Europäische Parlament eine Entschließung zur kulturellen Vielfalt und zu den Bedingungen für Urheber auf dem europäischen Musikstreaming-Markt angenommen – mit 532 Ja-Stimmen, 61 Gegenstimmen und 33 Enthaltungen. Die Abgeordneten fordern, die „vordigitalen“ Vergütungssätze zu überarbeiten, verurteilen Payola-Modelle, bei denen Sichtbarkeit gegen weniger Geld getauscht wird, verlangen transparente Algorithmen und eine Kennzeichnung KI-generierter Songs.

Die Entschließung ist rechtlich nicht bindend und richtet sich an Streaming-Plattformen, nicht an Vertriebe. Sie legt keinen Preis pro Stream fest, ein Gesetz ist daraus bisher nicht entstanden. Sie benennt aber, was jede Indie-Band kennt: Die meisten Urheber und Interpreten verdienen am Streaming sehr wenig.

Was Spotify pro Stream zahlt, kann kein Vertrieb ändern. Welche Bedingungen du Jahr für Jahr hast, schon: ob du Miete auf deinen Katalog zahlst, wie viel von jeder Auszahlung bei dir ankommt und was passiert, wenn du aufhörst. Genau dort lässt sich Fairness prüfen.

Die sieben Kriterien

  1. 01

    1. Deine Musik bleibt online, wenn du nicht mehr zahlst

    Ein Release darf nicht verschwinden, weil eine Kreditkarte abgelaufen ist. Schau im Hilfe-Center nach, was nach einer verpassten Verlängerung passiert.

  2. 02

    2. Keine laufende Gebühr, solange nichts reinkommt

    Bei einer Einmalgebühr oder Kommission zahlst du im Verhältnis zu dem, was du veröffentlichst oder verdienst. Eine Jahresgebühr wird auch im Jahr mit null Streams fällig.

  3. 03

    3. Kosten und Erlösanteil stehen vorab fest

    Gebühren, Kommission und Sonderabzüge (YouTube, Social Media) gehören auf die Preisseite – nicht erst auf die erste Abrechnung.

  4. 04

    4. Du behältst 100 % deiner Master

    Vertrieb ist eine Lizenz zur Auslieferung deiner Aufnahmen, nie eine Übertragung des Eigentums.

  5. 05

    5. Dein Songwriting bleibt unberührt

    Urheber-Einnahmen gehören dir und deiner Verwertungsgesellschaft. Ein Vertrieb sollte davon nicht automatisch etwas abzweigen.

  6. 06

    6. Du kannst ohne Rechteverlust gehen

    Das Eigentum sollte nicht-exklusiv sein: lizenzieren, samplen, umziehen – ohne Strafe.

  7. 07

    7. Jemand schützt den gemeinsamen Katalog

    Fake-Streams und massenhaft hochgeladene KI-Tracks verwässern Auszahlungen und lösen Plattform-Strafen aus. Kuration hält echte Artists da raus – heißt aber auch, dass manche Musik abgelehnt wird.

Der Vergleich: sieben Vertriebe, sieben Kriterien

Angaben von den Preisseiten bzw. Hilfe-Centern der Anbieter, Stand Oktober 2026. Preise in der Währung, die der Anbieter zeigt. Prüf vor deiner Entscheidung nach – Bedingungen ändern sich.

Fairness-Vergleich, Stand Oktober 2026
KriteriumDistroKidTuneCoreCD BabyAmuseRouteNoteiMusicianArtyfile
1. Online ohne WeiterzahlenNur mit „Leave a Legacy“ (29 $ Single / 49 $ Album, pro Release)Nein – Entfernung nach der KulanzfristJa – EinmalgebührJa – bleibt nach Kündigung liveJa – Premium fällt auf Free zurückJa – „online forever“Ja
2. Keine laufende GebührNein – ab 24,99 $/JahrNein – ab 24,99 $/JahrJa – 9,99 $ Single, 14,99 $ AlbumNein – ab 23,99 $/JahrFree: ja. Premium: 9,99 $/Release/Jahr ab Jahr 2Starter/Rockstar: ja. AMPLIFY: jährlichJa – 9,90 €/Track oder 39 €/Album
3. Dein Erlösanteil100 %100 % beim Streaming (20 % auf Social-Plattformen)91 % (9 % Kommission)100 % (15 % auf YouTube Content ID im Artist-Plan)Free: 85 %. Premium: 100 %Starter: 90 %. Rockstar/AMPLIFY: 100 %85 % (15 % auf Erlöse, die Artyfile erzielt)
4. 100 % der MasterJaJaJaJaJaJaJa
5. Songwriting unberührtJaJaJaJaJaJaJa
6. Gehen ohne RechteverlustJaJaJaJaJaJaJa – Streaming-Distribution exklusiv, solange ein Track aktiv ist
7. Kuratierter KatalogSelf-Service-UploadSelf-Service-UploadSelf-Service-UploadSelf-Service-UploadSelf-Service-UploadSelf-Service-UploadJa – A&R durch einen Menschen, KI-Musik wird abgelehnt

Die Kriterien 4 bis 6 sind Standard: Alle Vertriebe hier erfüllen sie, und das ist eine gute Nachricht. Manche Anbieter verkaufen zusätzlich Publishing-Administration – als freiwilligen Extra-Service, nicht als Teil des Vertriebs.

Wo Artyfile nicht die fairste Wahl ist

  • ✓Erlösanteil: Artyfile behält 15 % der Erlöse, die wir erzielen. DistroKid, TuneCore, Amuse und iMusician Rockstar nehmen beim Streaming 0 %, CD Baby 9 %. Wenn deine Musik schon gut läuft, macht das einen Unterschied.
  • ✓Preis: Die CD-Baby-Single für 9,99 $ liegt in derselben Preisklasse wie unsere 9,90 €, das CD-Baby-Album für 14,99 $ ist günstiger als unsere 39 €. iMusician Starter kostet 9 € pro Release.
  • ✓Exklusivität: Die Streaming-Distribution läuft exklusiv über Artyfile, solange ein Track aktiv ist. Das Eigentum bleibt bei dir und du kannst woanders lizenzieren – aber denselben Track nicht parallel über einen zweiten Vertrieb zu Spotify schicken.
  • ✓Kuration hat zwei Seiten: Wir lehnen KI-generierte Musik ab und auch Musik, die nicht passt. Self-Service-Vertriebe veröffentlichen fast alles, was die technischen Prüfungen besteht.

Was Artyfile mitbringt: eine Zahlung, und deine Musik bleibt dauerhaft online. Kommission nur, wenn wir für dich Geld verdienen. Einen Sync-Marktplatz für Film, TV und Werbung, Artyfile-Stream-Auszahlungen von 0,03–0,20 € pro Stream und optionale Fan Limited Editions. Ob das der fairere Deal ist, hängt von deinem Katalog ab – siehe Preise und die besten Musikvertriebe nach Einsatzzweck.

So prüfst du deinen Vertrieb in zehn Minuten

  1. 1.Such im Hilfe-Center nach „stop paying“, „cancel“ oder „kündigen“. Notier dir, ob Releases entfernt werden und wie lang die Kulanzfrist ist.
  2. 2.Rechne fünf Jahre Gebühren durch – so, wie du wirklich veröffentlichst: Singles, Alben, wie viele pro Jahr.
  3. 3.Such jede Kommission, auch für YouTube Content ID und Social-Media-Plattformen.
  4. 4.Lies den Vertriebsvertrag auf die Wörter „assign“ oder „transfer“ (Abtretung, Übertragung). Eine Lizenz ist in Ordnung, eine Abtretung deiner Master nicht.
  5. 5.Prüf, ob Publishing-Administration freiwillig ist oder automatisch dabei.
  6. 6.Frag, was bei Fake-Streams auf deinen Releases passiert: Wer zahlt die Plattform-Strafe, und kann dein Konto gesperrt werden?

Willst du umziehen, lies, wie du den Musikvertrieb wechselst, ohne deine Streams zu verlieren. Und was Master-Eigentum konkret bedeutet, steht unter Master besitzen.

Fragen zum fairen Musikvertrieb

Welcher Musikvertrieb ist am fairsten?

Keiner gewinnt in jedem Kriterium. DistroKid und TuneCore nehmen 0 % Kommission, kosten aber jedes Jahr und entfernen deine Musik, wenn du nicht mehr zahlst (DistroKid, außer du kaufst „Leave a Legacy“). CD Baby kostet einmalig und behält 9 %. Artyfile kostet einmalig, behält 15 % nur auf Erlöse, die wir erzielen, und kuratiert den Katalog. Wähl den Kompromiss, der zu deinem Katalog passt.

Gehört meine Musik dem Vertrieb?

Bei keinem der sieben verglichenen Vertriebe. Vertrieb ist eine Lizenz zur Auslieferung deiner Aufnahmen. Lies zur Sicherheit deinen Vertrag auf Begriffe wie „Abtretung“, „assign“ oder „transfer“.

Was hat das EU-Parlament zum Musikstreaming beschlossen?

Am 17. Januar 2024 eine nicht bindende Entschließung (532 zu 61 Stimmen, 33 Enthaltungen): fairere Vergütung für Urheber und Interpreten, Überarbeitung der „vordigitalen“ Vergütungssätze, Schluss mit Payola, transparente Algorithmen und Kennzeichnung KI-generierter Songs. Sie fordert die Kommission zum Handeln auf, ist aber kein Gesetz.

Ist Musikvertrieb ohne Abo fairer?

Für Artists, die wenige Tracks veröffentlichen und moderat verdienen, meistens ja – keine Miete auf den Katalog, nichts verschwindet, wenn du aufhörst zu zahlen. Wer sehr viel veröffentlicht und hohe Streaming-Einnahmen hat, fährt mit einem 0-%-Abo unter Umständen günstiger. Mehr dazu: Musikvertrieb ohne Abo.

Warum gehört Kuration zur Fairness?

Streaming-Plattformen bestrafen künstliche Streams und Massen-Uploads. Deezer meldete im Januar 2026 rund 60.000 vollständig KI-generierte Tracks pro Tag; bis zu 85 % der Streams darauf waren 2025 betrügerisch. Ein kuratierter Katalog hält echte Artists davon fern. Siehe unsere Keine-KI-Musik-Regel.

Nimmt Artyfile etwas von meinen GEMA-Einnahmen?

Nein. Songwriting und Publishing bleiben zu 100 % deins und laufen weiter über deine Verwertungsgesellschaft. Die 15 % gelten nur für Erlöse, die Artyfile mit deinen Aufnahmen erzielt.