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Ratgeber · Kostenloser Vertrieb

Kostenloser Musikvertrieb
ist nie ganz gratis.

Gratis-Vertriebe verdienen an deinen Tantiemen statt an deiner Kreditkarte. Das kann der richtige Deal sein — oder der teuerste. So erkennst du den Unterschied, mit Zahlen direkt von den Anbieterseiten.

Gibt es kostenlosen Musikvertrieb?

Ja — aber seltener, als du denkst, und nie ohne Kosten. Stand Oktober 2026 bringt RouteNote Free deine Musik ohne Einmal- oder Jahresgebühr auf Spotify und andere Plattformen und behält dafür 15 % deiner Einnahmen. Amuse und UnitedMasters führen auf ihren Preisseiten keinen Gratis-Tarif mehr. „Kostenlos“ heißt: Du zahlst mit einem Anteil an jedem Stream, für immer. Gegenüber einem Abo für 24,99 $ im Jahr wird eine 15-%-Provision erst teurer, wenn du rund 167 € im Jahr mit Streaming verdienst ($ und € 1:1 gerechnet).

Stand: Oktober 2026

Welche Vertriebe sind 2026 noch kostenlos?

Gratis-Tarife werden weniger. Das steht auf den offiziellen Preisseiten, Stand Oktober 2026:

Kostenlose und günstige Optionen, Stand Oktober 2026
VertriebGratis-Option?Was du stattdessen zahlst
RouteNoteJa — RouteNote FreeKeine Einmal- oder Jahresgebühr; du behältst 85 % der Streaming- und Download-Erlöse
AmuseKein Gratis-Tarif gelistetTarif „Artist“ ab 23,99 $/Jahr
UnitedMastersKein Gratis-Tarif gelistetDEBUT+ 19,99 $/Jahr; SELECT 59,99 $/Jahr mit 0 % Provision
SoundropGratis-Konto, Releases kosten4,99 $ pro Track, keine Jahresgebühr, 15 % Provision
DistroKidNeinAb 24,99 $/Jahr, 0 % Provision
CD BabyNein9,99 $ pro Single, 14,99 $ pro Album, einmalig; behält 9 %

Wer also „Musik kostenlos auf Spotify hochladen“ will, landet heute ehrlicherweise bei RouteNote Free. Alles andere ist ein Abo, eine Einmalgebühr oder beides plus Provision. Prüf vor der Anmeldung die Seite des Anbieters — diese Angebote ändern sich oft.

Was „kostenlos“ wirklich kostet

  • ✓Eine Provision ohne Ende. 15 % klingen bei 10 € nach wenig. Es sind dieselben 15 % in deinem besten Jahr — und in jedem Jahr danach.
  • ✓Zusatzkosten auch in Bezahl-Tarifen. Der Amuse-Tarif „Artist“ listet zum Beispiel 9,99 $ „Store Sync“ pro Release und 15 % Gebühr auf YouTube-Content-ID-Erlöse; TuneCore nennt 20 % Gebühr auf Erlöse aus Social-Plattformen (TikTok, Facebook, Instagram, YouTube). Lies die Vergleichstabelle, nicht nur den Preis.
  • ✓Auszahlungsgrenzen und Gebühren. Manche Vertriebe zahlen erst ab einem Mindestbetrag aus oder berechnen Überweisungen. Bei kleinen Einnahmen liegt dein Geld dann monatelang fest. Prüf das vor dem Upload.
  • ✓Weniger Funktionen. Gratis- und Einstiegstarife lassen oft Dinge wie Hi-Res-Audio, Team-Zugang oder schnelleren Support weg.
  • ✓Lock-in. Ein späterer Wechsel heißt: Releases neu ausliefern. Behalte deine ISRCs und identische Metadaten, damit deine Streams mitwandern — siehe Musikvertrieb wechseln.

Kostenlos vs. bezahlt: die Break-even-Rechnung

Die Frage ist einfach: Ab welchen Einnahmen kostet eine Provision mehr als eine feste Gebühr? Annahme: durchschnittlich etwa 0,0035 € pro Stream auf externen Plattformen. Die echten Werte schwanken je nach Land, Plattform und Abo-Modell.

Provision vs. Abo, pro Jahr
Deine Streaming-Einnahmen pro JahrStreams (≈ 0,0035 € pro Stream)15 % ProvisionAbo für 24,99 $/Jahr (1:1 gerechnet)
20 €≈ 5.7003 €24,99 $
100 €≈ 28.60015 €24,99 $
167 €≈ 47.60025 € — Break-even24,99 $
500 €≈ 143.00075 €24,99 $

Unter etwa 46.000 Streams im Jahr ist ein Gratis-Tarif mit Provision günstiger als ein Abo. Darüber gewinnt ein Abo ohne Provision — solange du jedes Jahr zahlst. Eine Einmalgebühr verschiebt die Rechnung noch einmal: Du zahlst einmal und dann nichts mehr für die Jahre, in denen ein Song wenig einspielt. Mit dem Spotify-Royalty-Rechner rechnest du mit deinen eigenen Zahlen; den Langzeitvergleich findest du bei Musikvertrieb ohne Abo.

Artyfile ist nicht kostenlos — das ist anders

Damit es klar ist: Artyfile kostet 9,90 € pro Track oder 39 € für bis zu 10 Tracks, einmalig, und nimmt ebenfalls 15 % — nur auf Erlöse, die Artyfile erzielt. Für reinen Spotify-Vertrieb ist Artyfile damit teurer als RouteNote Free. Was du für den Unterschied bekommst:

  • ✓Sync-Marktplatz: Dein Track kann für Film, TV und Werbung lizenziert werden (Ø-Lizenz 96,90 €); du bekommst 85 %. Sync-Rechte kommen direkt von Artyfile, ohne zusätzliche GEMA-Gebühren obendrauf — als Komponist bleibst du Mitglied deiner Verwertungsgesellschaft.
  • ✓Artyfile Stream: eine Hi-Fi-Streaming-App mit 0,03–0,20 € pro Stream, zusätzlich zu 150+ Plattformen inklusive Spotify und Apple Music.
  • ✓Kuratierung: Ein Mensch prüft jeden Track; KI-generierte Musik nehmen wir nicht an. Deine Musik steht in einem Katalog, der gehört wird — nicht in einem Upload-Stapel.
  • ✓Bleibt online: keine Jahresgebühr, also kein Takedown wegen einer abgelaufenen Karte.
  • ✓100 % deiner Master, nicht-exklusives Eigentum; nur die Streaming-Distribution läuft über Artyfile, solange ein Track aktiv ist.
  • ✓Optionale Fan Limited Editions: bis zu 20 nummerierte 1-%-Anteile pro Track à 69,90 € für Fans als Miteigentümer; du bekommst 85 % sofort — höchstens 1.188,30 € pro Track — und behältst immer mindestens 80 %.

Wann gratis besser ist: Du willst deinen Song nur auf Spotify, brauchst weder Sync noch Fan-Editions und willst heute 0 € ausgeben. Dann ist RouteNote Free ein vernünftiger Start. Wann ein Abo ohne Provision besser ist: Du veröffentlichst oft und verdienst deutlich über dem Break-even. Artyfile ist für Artists, die weniger, aber besser platzierte Releases wollen, die auf mehr als einem Kanal verdienen.

Häufige Fragen zum kostenlosen Musikvertrieb

Kann ich Musik kostenlos auf Spotify hochladen?

Ja, über einen Gratis-Tarif wie RouteNote Free: keine Einmal- oder Jahresgebühr, dafür behält RouteNote 15 % deiner Einnahmen (Stand Oktober 2026). Direkt bei Spotify hochladen geht nicht, du brauchst immer einen Vertrieb.

Welcher kostenlose Musikvertrieb ist der beste?

Stand Oktober 2026 ist RouteNote Free die wichtigste vollständig kostenlose Option für die großen Plattformen. Amuse und UnitedMasters listen keine Gratis-Tarife mehr. Vergleiche Provision, Auszahlungsregeln und was beim Wechsel mit deinen Releases passiert.

Ist kostenloser Vertrieb günstiger als DistroKid?

Bis etwa 167 € Streaming-Einnahmen im Jahr (rund 47.600 Streams bei 0,0035 €) kostet eine 15-%-Provision weniger als DistroKids 24,99 $ Jahresgebühr. Darüber ist DistroKid mit 0 % Provision günstiger — solange du das Abo weiterzahlst.

Hat Amuse noch einen kostenlosen Tarif?

Die Amuse-Preisseite listet Stand Oktober 2026 keinen Gratis-Tarif; der günstigste Tarif „Artist“ kostet 23,99 $ im Jahr.

Ist Artyfile kostenlos?

Nein. Die Bewerbung ist kostenlos, die Veröffentlichung kostet einmalig 9,90 € pro Track oder 39 € für bis zu 10 Tracks, plus 15 % nur auf Erlöse, die Artyfile erzielt. Dafür bekommst du Sync, Artyfile-Stream-Auszahlungen von 0,03–0,20 € pro Stream, Kuratierung und Musik, die ohne Jahresgebühr online bleibt. Ausgezahlt wird monatlich ab 50 € Guthaben.

Welche versteckten Kosten hat kostenloser Musikvertrieb?

Eine dauerhafte Provision, Mindest-Auszahlungsbeträge oder Überweisungsgebühren, kostenpflichtige Extras für YouTube Content ID oder Store-Updates und der Aufwand, deinen Katalog später umzuziehen. Lies den kompletten Tarifvergleich, nicht nur den Preis.

Nicht gratis. Fair.

Schick uns einen Track zur A&R-Prüfung. Passt er, zahlst du einmal 9,90 €, behältst 100 % deines Masters und verdienst auf mehr Kanälen als nur Spotify.